Donnerstag, 7. Juli 2016

GOTTFRIED BENN: KANN KEINE TRAUER SEIN / DOLIU NU POATE FI. Zum 60sten Todestag





In jenem kleinen Bett, fast Kinderbett, starb die Droste
(zu sehn in ihrem Museum in Meersburg),
auf diesem Sofa Hölderlin im Turm bei einem Schreiner,
Rilke, George wohl in Schweizer Hospitalbetten,
in Weimar lagen die großen schwarzen Augen
Nietzsches auf einem weißen Kissen
bis zum letzten Blick –
alles Gerümpel jetzt oder gar nicht mehr vorhanden,
unbestimmbar, wesenlos,
im schmerzlos ewigen Zerfall.

Wir tragen in uns Keime aller Götter,
das Gen des Todes und das Gen der Lust,
wer trennte sie: die Worte und die Dinge,
wer mischte sie: die Qualen und die Statt,
auf der sie enden, Holz mit Tränenbächen –
für kurze Stunden ein erbärmlich Heim.

Kann keine Trauer sein. Zu fern, zu weit,
zu unberührbar Bett und Tränen,
kein Nein, kein Ja,
Geburt und Körperschmerz und Glauben,
ein Wallen, namenlos, ein Huschen,
ein Überirdisches, im Schlaf sich regend,
bewegte Bett und Tränen –
schlafe ein.


In patul acela mic, aproape de copil, a murit Droste

(de vazut in muzeul ei din Meersburg),

pe sofaua asta Hölderlin in turn la un tamplar,

Rilke, George prin vreun pat de spital elvetian,

in Weimar au zacut ochii mari si negri ai lui Nietzsche

pe o perna alba

pana la ultima privire –

toate harbuite acum sau nici nu mai existand,

neidentificabile, fara insemnatate,

in vesnica si lipsita de dureri descompunere.



Purtam in noi germenii tuturor zeilor,

gena mortii si gena placerii,

i-au despartit: cuvinte si lucruri,

i-au amestecat: suferintele si locul

sfarsitului, lemn cu parauri de lacrimi –

pentru cateva ore scurte un mizer adapost.



Doliu nu poate fi. Prea de mult trecute, prea departe,

prea de neatins pat si lacrimi,

nici un nu, nici un da,

nastere si durere si credinta,

un freamat, fara nume, o lunecare,

un ce suprateluric, rascolit in somn,

a miscat pat si lacrimi –

dormi!
                                                  
                                            (Übersetzung/Traducere: Mircea Barnaure, in: Gottfried Benn: Melancolie. Versuri si aforisme alese. Hrsg Ioana Orleanu)


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