Mittwoch, 3. Februar 2016

DIE SCHLAFWANDLER

Mircea BARNAURE: Hommage à Strindberg


Es gibt Menschen, die ihr ganzes Leben im Schlaf gehen; weckt man sie, werden sie böse, drehen sich um und schlafen wieder ein ... Alles, was sie wünschen, dichten sie in Wirklichkeit um; alles, was sie wollen, wird Wahrheit; alles, was unbequem oder unangenehm ist, ist nicht wahr.
                                                                                                   August STRINDBERG

... diese Leute, Strindberg’sche Nachtwandler, aus ihren Gewissheiten sind sie nicht wachzurütteln, weichen stets aus, werden nie müde das Gute und Schöne vorzuschieben, entrüstet, es sei doch auch da: Siehst du denn nicht, unsere Maler, die Dichter, unsere Geschichte, unsere Kultur, hast drüben alles vergessen! Aber nein, ihr habt recht, es ist da, das Schöne und Gute, die Dichter und Maler, die Geschichte und die Kultur und ihre wunderbaren Früchte, alles da, nur leider von euch selbst verkannt, von euch selbst vernachlässigt und begraben, unter dem Hässlichen und Bösen, dem ihr anheimgefallen seid!
Ich wusste es und doch tat es weh, der Schnitt zerreißt, ist er überhaupt zu ertragen?
Ich war den Tränen nahe.
Weich war sein Handgriff, weich seine Stimme, weich auch sein Blick. Man muss wohl betäubt werden, um Wahrheit zu ertragen: In welcher Welt wollen Sie leben, in der realen oder in der erdichteten? Hier gab es für mich kein Schwanken mehr: In der realen, keine Frage, nur in ihr. Dann müssen Sie auch die Konsequenzen tragen, sie ist nun mal, wie sie ist.

                                                                                                   Auszug aus Limesland

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